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Taïkan Jyoji
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Morgenlicht !
Das Geräusch vom Tau
tropft im Bambus
Buson (1716-1784)
Taïkan
Jyoji ist, seit seiner offiziellen Ernennung durch Yamada Mumon Rôshi im
Jahre 1976, Repräsentant der Zen-Rinzai-Schule (Sparte Myoshin-ji) in
Europa. 1989 erhielt er den Titel des Kaikyo-shi (Meister der Gründung)
für Europa.
Seit seiner Rückkehr aus Japan leitet er das von ihm gegründete Zentrum,
welches an das "Mutterhaus"
des Myôshin-ji angeschlossen ist und das den Namen "Tempel
des authentischen Dharma" (Shôbô-ji) trägt.
Taïkan Jyoji ist regelmässig in Japan mit dem Ziel, die Verbindugen
zwischen Shôfuku-ji, dessen aktuellen Leiter,
Taitsu Khono Rôshi, und dem
Falaise Verte aufrecht zu erhalten.
Nebst den Sesshins, die Taïkan Jyoji im Zentrum leitet, führt er auch
regelmässig Sesshins in Europa. Ausserdem leitet er, während der mit dem
Zen verwandten Gastseminaren, im Zentrum das Zazen, Hitsuzendô usw. Seit
1988 5. Dan im Kyudo (traditionelles, japanisches Bogenschiessen). Taïkan
Jyoji lehrt diese Disziplin in einem Geist des erweiterten Ausdrucks
seiner Zen-Erfahrung und ist darum besorgt, eine authentische Vermittlung
in der spirituellen Tradition dessen, was man auch "stehenden
Zen" nennt, zu geben.
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Persönlicher Lebenslauf
Taïkan Jyoji geht 1964 nach Japan, um die traditionelle Architektur des
Landes zu studieren. Er unterrichtet Französisch und widmet seine Freizeit
der Lekture. In seiner Erwartung und seinem Engagement, einen frei
funktionierenden Geist zu besitzen,
tritt er das erste Mal im Buch
"Manifestes du surrealisme"
von André Breton, in Kontakt mit dem Absoluten.
Die Erweiterung seiner inneren Suche bringt Taïkan Jyoji in Kontakt mit dem
Kloster Shofuku-ji in Kobe. Ein Freund verhilft ihm zu seiner ersten
Erfahrung mit Zazen: "Ich erinnere mich, in eine Art
Nebel der Ignoranz getaucht gewesen zu sein (der sicherlich Jahre zu seiner
Auflösung benötigte...) und ich zitterte in der kochenden Hitze des
japanischen Sommers: Ich war gefroren."
Einige Monate später, überwindet er die Unentschlossenheit, die immer einer
radikalen Veränderung vorausgeht, und steht im Anzug und Kravatte, den
Koffer in der Hand vor der Türe des Shôfuku-ji. Er beschreibt später in
seinem "Tagebuch eines Zen-Meisters, der aus dem Westen kam"
(1997 Benziger-Verlag, Zürich und Düsseldorf) das
Erschütternde des ersten Sesshins. Das Meer von Leiden, Tag für Tag zu
glauben, dass es ihn verschlingen würde. Im Herzen dieses inneren Einsturzes
ist aber inzwischen die Entscheidung geboren, mit dieser Praxis
weiterzufahren: "Dennoch, ich bin geblieben, ohne
Zweifel, ich ahnte, dass es hinter all diesen Schmerzen etwas zu realisieren
gab."
Die ersten Jahre sind grundsätzlich der Essenz der Lehre der klösterlichen
Disziplin gewidmet, ein Sesshin folgt dem nächsten, mit dem verrückten
Sesshin des Rohatsu als krönender Abschluss des Jahres, im Herzen des
japanischen Winters, wo sich in der Kälte des grossen, offenen Zendos die
Herausforderung der 7 Tage und 7 Nächte fast ununterbrochener Zazen-Prüfung
abspielt.
Am Ende zweier Jahre Praxis als laischer Bonze bittet er seinen Meister
Mumon um seine Einweihung. Diese findet am 8. April 1970 statt. Es folgen 5
Jahre beharrlicher Praxis. Die täglich gemachten Notizen, ohne die erlebte
Erfahrung zu schminken, geben das Material für den 2. Teil
(der zeitlose Spiegel) im "Tagebuch
eines Zen-Meisters, der aus dem Westen kam". Da
begegnet man den täglichen Anstrengungen, den Zusammenbrüchen und den
Erfolgen, den immer neuen Prüfungen des Lebens im Kloster, den fulguranten
Begegnungen mit Meister Mumon im Sanzen, wo es immer heisst:
"Sit, sit and sit" vom ausdrücklichen,
unveränderten Befehl gefolgt: "Sei eins mit der
Leere."
Am Punkt der Vervollständigung dieses Alleinganges der Disziplin im
klösterlichen Zen, erklärt Mumon Rôshi, anlässlich eines der allerletzten
Sanzen an Taïkan Jyoji: "Jetzt, da das Messer
geschliffen ist, ist es nötig dafür zu sorgen, dass es scharf bleibt".
Mit anderen Worten beauftragt er Taïkan Jyoji, nach Europa zurückzukehren,
und Zen nach seiner eigenen Erfahrung zu unterrichten.
So beginnt 1974 das Abenteuer der Vermittlung des Rinzai-Zen im Westen.
Taïkan Jyoji respektiert die Tradition und führt gleichermassen die
natürliche Anpassung seiner neuen Umgebung ein. In der Weiterführung des
Stiles seiner Schule Rinzai heisst das: Bescheidenheit, Einfachheit und
Strenge.
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